Mittwoch , 22 November 2017
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Google und die Bildersuche – Nicht bei uns in Deutschland?

Google und die Bildersuche – Nicht bei uns in Deutschland?

Als Google am Anfang dieses Jahres sein neues Konzept für die Bildersuche veröffentlichte und dieses zumindest für Nutzer des iPhones wenige Monate später freischaltete, gingen die Onlinemarketer und Suchmaschinenoptimierer auf die Barrikaden, denn eine solche Vorgehensweise sei dreist und obendrein vertragsbrüchig. Der TagSeo-Blog hat kurzerhand sogar eine eigene Protest-Seite gestartet, mehrere Blogs haben Klage eingereicht und sogar der Bundesgerichtshof wurde eingeschaltet. Doch was stört Blogger und Suchmaschinenoptimierer an der neuen Bildersuche? Der Nutzer hat zumindest subjektiv nur Vorteile. Es ist flüssiger und funktioniert besser als vorher.

Streitthema Bildersuche – darum geht es

Marketer und Analysten halten die neue Bildersuche für „vertragsbrüchig“, denn der stillschweigende Vertrag zwischen Content-Hostern, also Webseiten und Suchmaschinenanbietern, in diesem Fall Google, besagt, dass man den als Crawler oder Spider benannten Bots Zugriff zu seiner Seite gewährt, damit diese den dort befindlichen Content indizieren können, während der Suchmaschinenanbieter diese seinem Index zuführt und dadurch bei den entsprechenden Suchanfragen anzeigt und verlinkt. Im Falle der Bildersuche generiert also der Klick auf das Bild den Traffic, da es sich hierbei um die von der Suchmaschine versprochene Verlinkung handelt. Selbstverständlich muss die Suchmaschine dem Nutzer zuvor eine Art „Vorschau“ bieten, die in diesem Fall als „Thumbnail“ – eine verkleinerte Version des Bildes – auftritt. Auch die neue Bildersuche nutzt noch Thumbnails. Klickt man aber auf dieses, wird man nicht wie üblich direkt auf die Webseite des Inhabers geleitet, sondern bekommt das Bild in Originalauflösung auf den Bildschirm gezaubert. Da so für die Nutzer kaum noch eine Motivation besteht, die Originalwebseite zu besuchen, verlieren diese also echtes Geld. Doch es kommt noch schlimmer, denn bei den Bildern handelt es sich nicht um kopierte Versionen, die auf dem Google-Server liegen, was rechtlich sowieso nicht haltbar wäre, sondern um die Originalversionen, die lediglich von der Webseite abgerufen werden. Der Traffic wird also nicht mehr durch den Nutzer generiert, der sich das Bild ansehen möchte, sondern durch den Google-Bot, der die Originalversion vom Server abholt.

Das Urteil: Juristisch einwandfrei

Google.com Bildersuche

Dass Googles neue Bildersuche bisher noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurde, liegt daran, dass sich der Bundesgerichtshof neuerlich mit der Sache befasst. Dies passiert übrigens nicht zum ersten Mal, bereits zwei Mal durfte sich dieser mit dem Streitthema der Vorschaubilder befassen. Auch wenn es viele nicht hören wollen, darf man jedoch an dieser Stelle davon ausgehen, dass das Verfahren der neuen Bildersuche als juristisch einwandfrei angesehen werden kann, denn die zuvor bereits gesprochenen Urteile legen nicht fest, wie groß ein „Vorschaubild“ denn nun sein darf und dass kein Urheberrecht verletzt wird, so lange das Bild nicht vom Server kopiert wird. Hier scheint Google also auf der sicheren Seite.

Weiterer Surf-Tipp: Die Infografik von Martin: http://www.tagseoblog.de/google-bildersuche-chronologie-infografik

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Über Markus

Markus studiert Online Marketing Manager SMA und betreibt die SEO Agentur SeoKo in Koblenz.

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